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Stück für Stück werde ich hier meine Geschichte aufschreiben, um prägende Ereignisse meiner Vergangenheit verarbeiten zu können. Vielleicht geraten hierbei Kleinigkeiten in Vergessenheit und vielleicht stelle ich nur negative Dinge dar, aber es wird mir helfen, dessen bin ich mir sicher.

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Inhalt

Teil 1 – Das Verhältnis zu meiner Mutter; meine Kindheit

Teil 2 – Ich wollte nie erwachsen sein

Teil 3 – Meine Schulzeit

Teil 4 – Die erste Liebe

Teil 5 – Der beste Freund

Teil 6 – Drogen

Teil 7 – Meine Rettung

Teil 8 – Mein Absturz

Teil 9 – Eine ruhige Phase

Teil 10 – Bremerhaven

Teil 11 – Das Singleleben

Teil 12 – Nordenham

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Teil 1 – Das Verhältnis zu meiner Mutter; meine Kindheit

Ich wurde am Mittwoch, den 5. Oktober 1988 um 8.15 Uhr geboren, nachdem meine Mutter drei Tage in den Wehen gelegen hat. Ich war kein Wunschkind. Auch wenn ich für meinen Vater mehr und mehr zu einem wurde, war ich für meine Mutter ein Unfall. Sie war gerade mal 20 Jahre, als ich das Licht der Welt erblickte und hätte ihr Leben mehr genießen können, wenn ich nicht gewesen wäre. Dabei hatte sie doch eigentlich alles, was man sich wünschen konnte. Sie lebte mit meinem Vater seit 3 ½ Jahren in einer intakten Beziehung, hatte ihre Ausbildung beendet und wurde sogar in den Beamtenstatus erhoben. Sie träumte sogar von meiner großen Familie mit möglichst vier Kindern, nur ich kam zu früh und mit mir viele Probleme.

Meine Mutter selbst hatte keine schöne Kindheit erlebt. Ihre Eltern trennten sich als sie acht waren und sie blieb mit ihrer Schwester bei meinem Opa. Zu ihrer Mutter hatte sie nie wirklich Kontakt und suchte ihn glaube ich auch nicht. Ihr Vater musste Geld verdienen, so wuchsen die Kinder überwiegend bei ihrer Großmutter auf. Aufgrund der eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten wuchsen die Mädchen nur mit dem Nötigsten auf und wurden oft gehänselt. Mit den Jahren verfiel der Vater auch noch dem Alkohol und begann, meine Tante zu verprügeln, weil sie seiner Exfrau ähnlich sah. Das endete erst mit der Beziehung meiner Eltern. Meine Mutter ist eine ruhige und sehr introvertierte Person, die relativ wenig Kontakt zu Freunden oder Bekannten hat. Sie hat immer versucht, alles besser zu machen. Mir sollte es perfekt gehen, anders als ihr, als sie klein war. Nur sie beging einen gravierenden Fehler. Sie wickelte mich in Watte ein und versuchte mich vor der großen bösen Welt da draußen zu schützen. Das mich das später eventuell behindern könnte, wurde ignoriert oder gar nicht in Betracht gezogen.

Mein Vater war anders. Er meinte immer, man muss Fehler machen und aus ihnen lernen. Ich sollte also auf die Schnauze fallen, um selbstständig zu werden. Dennoch war er immer für mich da. Zu ihm hatte ich stets das bessere Verhältnis. Oft habe ich mir gewünscht, dass meine Eltern sich trennen und dass ich dann bei ihm bleiben kann.

Mit meiner Mutter war es ein ständiges Hin und Her. Auf der einen Seite hat sie mir Liebe, Aufmerksamkeit und Zuneigung gegeben, auf der anderen war sie hoffnungslos überfordert. Nach meiner Geburt hatten meine Eltern finanzielle Probleme. Das Geld reichte gerade so aus, da meine Mutter ja nicht arbeitete. Sie war übrigens acht Jahre im unbezahlten Mutterschutz. Ich war sicherlich kein einfaches Kind und hatte auch meine Phasen, die unerträglich waren, dennoch konnte sich meine Mutter nie eingestehen, dass sie Fehler gemacht hat. Sie hätte sich vielleicht helfen lassen sollen und sie hätte ihre eigene Kindheit verarbeiten müssen. Beides hat sie nie getan. So kam es immer wieder dazu, dass sie in dem Moment der Hilflosigkeit Dinge sagte und auch tat, die sie verdrängte. Anders kann ich mir ihr Verhalten nicht erklären. Ich habe sie ein zwei Mal drauf angesprochen und es hieß, dass ich das geträumt hätte, was ich ihr vorwarf. Aber Träume können einen nicht so prägen. Kein kleines Kind redet sich so etwas einfach ein. Es ist für mich heute noch schwer, darüber zu reden, da alles so unwirklich scheint. Keine Mutter, die ihr Kind wirklich liebt handelt so. „Du warst der größte Fehler meines Lebens!“ „Ich hätte dich abtreiben sollen!“ „Ich hätte dich zur Adoption freigeben sollen!“ Und das wohl Schlimmste für mich war: „Ein Kind, wie du es bist, sollte ich in die Mülltonne werfen, da gehörst du hin!“ Ich habe mir das nicht ausgedacht. Der letzte ist der erste Satz meiner Mutter, an den ich mich erinnern kann. Damals muss ich drei oder vier Jahre alt gewesen sein. Man muss dazu sagen, dass sie nach meiner Geburt jahrelang keine Kinder bekommen konnte und dann mein Vater irgendwann nicht mehr wollte. Der Traum von vielen Kindern war damit zerbrochen. Für mich dennoch keine Rechtfertigung für solch ein Verhalten. Hinzu kamen einzelne Szenen der Gewalt. Ich kann heute nicht mit Gewissheit sagen, wie oft und ich welchem Ausmaß meine Mutter sich nicht unter Kontrolle hatte, aber an ein Ereignis kann ich mich noch ganz deutlich erinnern. Ich muss da ungefähr sechs gewesen sein, da es kurz nach unserem Umzug in das Haus geschehen ist. Ich war meiner Mutter den halben Tag auf die Nerven gegangen – wie gesagt, ich war ein anstrengendes Kind. Irgendwann ist meine Mutter ausgerastet, vom Sofa aufgesprungen und energisch auf mich zu gegangen. Ich kam ins stolpern, fiel direkt von den Wohnzimmerschrank und meine Mutter begann, mich mehrmals zu treten. Keine Ahnung, wie lang dieser Moment dauerte oder wie oft sie mich getreten hat, doch es ist passiert. Ich war grün und blau. Meinem Vater erzählte sie, dass ich mich geprügelt hätte.

Ich kann mich sonst nur an kleine Ohrfeigen oder dergleichen erinnern. Ist vielleicht auch besser so. Übergriffe dieser Art hörten erst auf, als ich mich mit zwölf oder dreizehn zur Wehr setzte.

Schon in der Grundschule zeichnete sich ab, dass ich ein Einzelgänger bin. Ich habe zwar gern Leute um mich herum, ziehe mich aber oft zurück. Bezugspersonen hatte ich schon damals wenige. Die Lehrer mochten mich, da ich verantwortungsbewusst war und meinem Alter geistig weit voraus. In der dritten Klase kündigte mir dann die gesamte Clique die Freundschaft. Einer unter ihnen kam gebürtig aus Bayern. Ich, schon immer Werderfan gewesen, schimpfte auf den Fußballverein, wodurch sich mein Mitschüler persönlich angegriffen fühlte. Auf dem Weg nach hause wurde ich, wenn ich mich recht entsinne, von ungefähr zehn Leuten mich Fahrrädern eingekreist. Sie wollten nicht großartig mit mir reden, sie wollten mich schlagen. Da ich kein Fahrrad hatte, war ich jedoch weitaus schneller und konnte mich in einen Garten flüchten, worauf alle verschwanden. Am nächsten Tag hieß es dann, ich hätte einen meiner Mitschüler vorsätzlich mit einem Messer verletzt. Wir hatten den Tag in der Schule gebastelt und ich hatte eine Stofftasche bei mir, in der sich eine Schere befand. Ich habe mit der Tasche um mich geschlagen, aber sicherlich nicht versucht, jemanden mit einer Klinge zu verletzen. Meine Eltern setzen sich für mich ein und ich bekam natürlich die Chance, das ganze sowohl den Lehrern als auch allen Schülern vernünftig erklären zu dürfen. Drei der Kinder, die mich bedrängt haben, bekamen ihre erste Verwarnung – in der Grundschule. Mich würde echt interessieren, was aus ihnen geworden ist. Angeblich soll einer von denen im Knast sitzen.

Mit solchen Rückschlägen hatte ich scheinbar nie Probleme gehabt. Heute bin ich mir nicht mehr sicher, ob sich das nicht doch auf meine Entwicklung ausgewirkt hat. Bevor wir in dieses verkackte Dorf hier am Arsch der Welt gewohnt haben, wohnten wir in einem anderen Stadtteil in einer Wohnung. Dort hatte ich ein ganz anderes Umfeld. Viele Erinnerungen aus der Zeit besitze ich nicht und wenn dann nur schöne. Als ich drei oder vier Jahre alt war, sah ich meinen Opa zum letzten Mal lebend. Er lag morgens bei uns auf dem Sofa und blieb ein paar Tage. Ich freute mich einfach nur. Heute kann ich mir denken, dass er nur da war, um ein Dach über dem Kopf zu haben. Er war bis zu seinem Tod vor vier Jahren ein obdachloser Alkoholiker. Als ich sieben war, starb mein anderer Opa. Über ihn lässt sich nur positives sagen, ich kann mich auch kaum an ihn erinnern, deshalb traf mich sein Tod auch nicht sonderlich.

Die wichtigsten Ereignisse meiner Kindheit habe ich hiermit niedergeschrieben. Vielleicht nehme ich die tage noch kleine Änderungen vor, aber es ist schon Mal ein Anfang.




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