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Zurück aus der Klinik

Ja ich bin wieder zu haus. Fünf Wochen haben mir auch gereicht. Die Station war nicht die richtige für mich, aber was habe ich auch erwartet. Ich bin aus meiner schlimmen Phase raus, habe das Schneiden wieder einigermaßen unter Kontrolle. Jetzt im Anschluss werde ich eine ambulante Therapie auf der Borderlinestation machen, eine stationäre würde ich nicht packen. Die Konfrontation mit anderen Leidensgenossen hat mich auf der Akutstation schon zu sehr mitgenommen.

Definitiv habe ich aber gelernt, mich mitzuteilen, wenn es mir schlecht geht und mich nicht länger in meine kleine Welt zurück zu ziehen. Diesen Schritt hätte ich allein kaum geschafft. Dennoch wird mich das nicht dauerhaft aus meiner Krankheit rausholen. Also muss ich definitiv weiter machen.

Meine weiteren Zukunftspläne sind dafür gefestigt. Ich will definitiv die Schule zu ende machen, allerdings in einer anderen Stadt, damit ich ausziehen kann. Wenn man einmal raus war, kann man nicht zurück. Wenn ich weg bin, kann ich Schülerbafög beantragen, das Amt holt sich dann das Geld von meinen Eltern wieder. Sie müssen also zahlen. Zusätzlich Kinder- und Wohngeld, davon werde ich leben können. Für mich kommen nur zwei Städte in Frage, wobei die eine zu weit weg ist und die andere sieht aus, als würde ich meinem Ex hinterher ziehen. Vielleicht tue ich das auch. Ich weiß es derzeit nicht.

Als ich zu hause ankam, habe ich mich direkt mit meinen Eltern gestritten, dabei habe ich nichts verbrochen. Dicke Luft statt ein Hallo. Dicke Luft aber auch in N.. Ich habe mich fürchterlich mit I. gestritten bzw. ihn zusammen gefaltet, was auch nötig war. Ich habe ihm meine Meinung gesagt und jetzt will er Abstand. Er hat keine Ahnung, wie sehr er mir damit weh tut, wie sehr mich das wieder aus der Bahn geworfen hat. Wir haben ja nicht mal die Möglichkeit, unter normalen Umständen zu reden. Er will wieder eine normale Freundschaft mit mir? Dann soll er verdammt noch mal auch daran arbeiten! Abstand hatten wir mehr als genug, wenn nicht sogar zu viel.

Das mit C. ist auch eine Sache für sich. Auch daraus werde ich nicht schlau und auch das tut irgendwie weh. Ich kann es leider noch nicht genau für mich definieren, dafür bin ich noch zu durcheinander. Eigentlich hatte ich gehofft, dass sich mein Leben durch den Klinikaufenthalt zum positiven wendet, was ja auch in punkto Zukunftsplanung geschehen ist. Nur mein Privatleben ist noch mehr auf den Fugen geraten als je zuvor.

Ich will einfach nur schlafen und hoffe, dass die Zeit sich um ein halbes Jahr zurück gedreht hat, wenn ich aufwache….

25.3.08 22:14


Ich habe die Zeit in der Klinik natürlich auch genutzt, um Tagebuch zu schreiben. Dabei sind teilweise vernünftige Texte bei raus gekommen. Auszugsweise werde ich hier welche niederschreiben. Sie dienen dem Verständnis, vor allem meinem. Verstehen wird sie kaum einer, auch wenn man es glaubt. Den tieferen Sinn trage ich immer noch in mir…

 

 

Schreiende Stille und ein gebrochener Wille

Haben es geschafft und mich dahin gerafft

Zu kämpfen gewohnt wurde ich zu oft verhohnt

Wurde ich allein gelassen und ich begann zu hassen

 

Ich frage mich immer wieder

Nach meinem Sinn

Schreibe traurig meine Lieder

Und gehe dahin

 

Es ist Zeit zu gehen und auch zu verstehen

Doch nichts funktioniert, zu viel interpretiert

Tränen rinnen herab und bilden mein Grab

Wohin die Seele langsam zieht und man vielleicht Frieden sieht

 

Ich frage mich immer wieder

Nach meinem Sinn

Schreibe traurig meine Lieder

Und gehe dahin

 

Ein Schatten liegt über mir

Vor dem ich nicht fliegen kann

Wie eine Maske zur Zier

Und lass keinen an mich ran

25.3.08 22:35


Ein Flehen in mir

Sehnsucht nach Zärtlichkeit

Oft hilft nur ein Schnitt

Dann bin ich befreit

 

Ich fühle und sehe, dass ich lebe

Ruhe kehrt ein

Und ich merke wieder

So darfs nicht sein

 

Der Teufelskreis schließt sich

Entkommen kann ich nicht

Ich sehe die Maske

Doch wo ist mein Gesicht?

25.3.08 22:38


Die Stille in der Luft geht dahin

Denn ein jeder sucht seinen Sinn

Den er im Glaube nicht gefunden

Und keine Ängste überwunden

 

Eine Diskrepanz zwischen Wort und Tat

Erkennbar in fast jedem Rat

Viele Aggressionen angestaut

Wann werden sie abgebaut?

 

Hilflosigkeit zeichnet unsere Züge

Ein jeder ist seiner Probleme müde

Und sieht es nicht, weiß kaum weiter

Und steigt noch tiefer herab die Leiter

 

Wohin sie führt, kann keiner sagen

An unserer Missgunst wir verzagen

Erlangen wir unsere Ruhe zurück

Oder finden wir nie unser Glück?

25.3.08 22:41


An Kleinigkeiten hochgeschaukelt

Scheint Freundschaft oft nur vorgegaukelt

Menschen zeigen ein anderes Gesicht

Und gehen zu hart mit sich ins Gericht

Töricht erscheinen Handlungsweisen

Die um einen Tiefpunkt kreisen

Wenn man sich nicht kontrolliert

Und dann handelt zu fokussiert

Wird ein jeder später denken

Man muss den Geist bedachter lenken

25.3.08 22:44


Quälende Frage

Warum kann es einem Menschen schlecht gehen, nur weil man ein paar Stunden nichts von jemandem gehört hat? Dabei weiß man nicht mal, was man ihm sagen soll, da schon zu viel gesagt wurde und wohl zu viel passiert ist. Was genau ist das? Sehnsucht vielleicht? Oder doch Angst? Aber wovor? Man kann doch nicht mehr verlieren, wenn man ihm denn jetzt glauben schenken kann. Ich soll mich nicht versteifen, wurde mir gesagt. Was soll ich denn tun? Gefühle kann man nicht ausschalten und selbst wenn würde ich es nicht wollen.
25.3.08 23:03


Gedankengänge

Ob man es glaubt oder nicht, die Straßen sind ab jetzt noch unsicherer, ich habe seit heute den Führerschein. Eine Sorge weniger, neue stehen im Vordergrund. Ab nächste Woche werde ich mich verstärkt um eine Schule kümmern. Die Stadt steht für mich so gut wie fest.

Auf meiner alten Station herrscht der totale Totentanz. Das Durchschnittsalter ist sicherlich um 20 Jahre gestiegen. Wenn ich das so höre, bin ich erst recht froh, da weg zu sein. Naja, werde mir den Haufen ja am Freitag mal angucken, wollte Y. und O. ja noch besuchen. Wird sicherlich ein komisches aber auch tolles Gefühl sein, am Abend wieder nach hause gehen zu können. Eigentlich wollte ich dort gar keine Freundschaften schließen, aber es kommt ja eh immer alles anders.

Mein Zimmer sieht aus wie sau. Habe heute die Koffer ausgepackt und da meine Möbel zum größten Teil noch in N. stehen, kann man sich das Chaos grob vorstellen. Ich will mich hier ja gar nicht mehr wohl fühlen, aber so schlimm? Der Chaosstern in meinem Nacken ist nicht ohne Grund da. Morgen ist auch noch ein Tag, der suboptimal genutzt werden wird. Gehe mit meiner Ma shoppen, Stress und Streit also vorprogrammiert. Sicherlich wird das ein oder andere für mich dabei abfallen, doch ist es mir das wert? Menschen sind in der Regel käuflich und wenn es sich wirklich lohnt, wirft nahezu jeder für kurze Momente seine Prinzipien über Bord. So auch ich. Nennt mich charakterlos, ich nenne mich hinterhältig, sowohl meiner Ma als auch meiner Selbst gegenüber. Ich muss das Leben gelassener sehen und bin dabei, es zu lernen.

Manche Dinge lassen sich nur leider nicht damit regeln, wo ich bei meinem Gefühlschaos ankomme. Es macht langsam keinen Spaß mehr. Mein rationaler Menschenverstand erklärt mich für schwachsinnig, da dieser genau weiß, dass ich in eine Sackgasse renne. Kann ich dennoch was dran ändern? Zurzeit leider nein. Ich halte mich ja nicht an einem Strohhalm fest, es ist einfach das, was ich will und gleichzeitig das, was ich nicht bekommen werde. Ich habe am Montag einen geistig Zurückgebliebenen in der Straßenbahn gesehen, der sich unendlich für ein Pfund Kaffee begeistern konnte. Ich beneide ihn, denn er ist wahrscheinlich zu beschränkt, als dass er sich wirklich schlecht fühlte könnte. Warum ist das Leben nur so kompliziert und Gefühle oft so grausam?

Früher glaubte man, die Erde sei eine Scheibe und noch davor wurden Frauen einfach an den Haaren in die Höhle gezogen. Warum wachse ich in einer Zeit auf, wo jeder zu sehr mit sich beschäftigt ist? Es ist meine Generation und ich liebe sie, aber dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass sie zu viele Fehler hat, wie die gesamte Menschheit an sich. Sind wir denn jemals aus etwas wirklich schlau geworden? Ja? Warum führen Nationen dann noch immer Kriege? Bin ich aus etwas schlau geworden? Ja? Warum renne ich dann immer noch ein und demselben Kerl hinterher? Teufelkreise heißen so, weil sie nicht enden; in einem solchen befinde ich mich.

Gelangweilte Melancholie gepaart mit Frustration zur Unterdrückung meiner Angst – wie ein 6er im Lotto, nur spielen hilft mir nicht, ich muss handeln und gegen den inneren Druck ankämpfen.
26.3.08 20:01


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